Mit dem Dachzelt nach Teneriffa auswandern

Dachzelt Teneriffa

Wie wandert man aus Deutschland auf die Kanaren aus? Und warum?

Habt ihr euch auch schon mal gefragt, wozu ihr euch das alles antut? Arbeiten, um die Wohnung bezahlen zu können? Das bisschen Urlaub: Wie soll man so auch nur die schönsten Orte auf der Welt in einem einzigen Leben kennen lernen?

Wie wandert man aus? Mein Beispiel:

Ich fragt euch sicher, wie ich das gemacht habe. Wie bin ich auf das Dachzelt gekommen? Wieso bin ich nach Teneriffa ausgewandert? Wie kann ich mir das leisten?

Mein erster Schritt nach der endgültigen Trennung von meinem Ex war, mir gründlich zu überlegen, was ich nun mit meinem Leben anfangen will. Will ich wirklich so weitermachen wie bisher? Immer latent unzufrieden mit der Wohnsituation oder der Beziehung oder mit Deutschland? Ich kam zu dem Schluss: Nein! Das will ich nicht! Ich will etwas völlig anderes! Ich will Freiheit, Wärme, Meer, Strand, Neugier, Freude, Tanzen, etwas Neues kennen lernen! Eigentlich kam mir zuerst die Karibik in den Sinn, doch hielt ich dieses Ziel für zu gewagt, und so hieß mein Kompromiss: Erstmal auf die Kanaren. Dort ist es rund ums Jahr warm, dort war ich schon im Urlaub, und ich fand es toll, und dort spricht man Spanisch, was ich zumindest rudimentär schon kann. Und somit machte ich mich auf die Suche nach einem Job auf Teneriffa.

Überraschung: Ich fand sehr schnell einen Job. Einen Bürojob, bei einer Firma unter deutscher Geschäftsführung. Die Firma bietet auch einen Spanisch-Kurs an. Die Bezahlung ist zwar nicht so gut wie in Deutschland, aber ich dachte mir, dass ich da schon eine Lösung finden würde. Und so fing ich an, zu recherchieren, wie man die Wohnkosten reduzieren könnte. Ich suchte nicht lange auf YouTube, bis ich Videos über Vanlife fand. Meine Lieblings-Video über das Leben im Auto:

Und dann stellte sich mir natürlich auf der Suche nach dem geeigneten Fahrzeug für mich die Frage, wie ich denn um Himmels Willen das Geld für ein größeres Auto aufbringen sollte, ohne ein paar Jahre zu sparen? Und da traf ich auf ihn:

Thilo Vogel lebt erfolgreich und glücklich im Dachzelt. Und so informierte ich mich ausgiebig über Dachzelte. Dabei hat mir Thilos Community, die Dachzeltnomaden, sehr geholfen, v. a. die Informationen über: „Wie zur Hölle kann das Dach meines Autos mich und ein Dachzelt aushalten, wenn das Dachzelt 70 kg wiegt und ich 78 kg, und die zulässige Dachlast auf meinem Autodach nur 75 kg ist?“ Siehe hier: Wie zur Hölle funktioniert das mit der Dachlast bei Dachzelten?

Und so brauchte ich nicht mehr 10.000 EUR für einen Van oder zumindest einen Chrysler Grand Voyager, den ich für ideal halte, um damit zu reisen, da man die 5 Rücksitze bequem im Boden verstecken kann und dann eine komplett ebene Liegefläche für eine Matratze von 140 cm x 200 cm hat. Sondern ich brauchte plötzlich nur noch 3.000 EUR für ein Dachzelt. Trotzdem musste ich mir etwas ausdenken, um dieses Geld aufzubringen, denn ich hatte überhaupt keine Ersparnisse.

Loslassen und los geht’s!

Und was dachte ich mir dafür aus? Ich beschloss, in Deutschland komplett meine Zelte abzubrechen und meine Wohnung zu kündigen. Ich fand einen Nachmieter zum nächsten Ersten. Und jetzt musste ich nur noch zwei Monate überbrücken, bis ich mir ein Dachzelt kaufen und nach Teneriffa starten konnte. Und zwar lebte ich abwechselnd im Auto und bei Freundinnen. Um im Auto zu leben, musste ich nichts umbauen. Ich brauchte nur zwei Bretter, zwei Kisten, und eine Camping-Matratze, sowie Reflectix. Wie das geht, habe ich in zwei früheren Beiträgen beschrieben:

Wie ich die Zeit bis zum Dachzelt überbrückte

und

Wie man Reflectix im Auto anbringt

Tja, dann musste ich nur noch all meine Sachen verkaufen, wofür ich ebay nutzte. Man darf nur nicht daran denken, wie viel die ganzen Ding ursprünglich gekostet haben und wie viel man für dieses Geld arbeiten musste, denn dann wird es schwer, die Sachen zum Spottpreis zu verkaufen.

Am Ende hatte ich nur noch die Rückbank und den Kofferraum voller Sachen. Einiges schenkte ich noch her, unter anderem auch bei der Diakonia in Ebersberg, die Hausrat und Kleidung annehmen, und ein paar gute Sachen, von denen ich mich nicht trennen konnte, stellte ich bei Familie und Freunden unter.

Wie war die Fahrt von München nach Teneriffa?

Gigantisch. Herrlich. Beängstigend. Neu. Aufregend. Herausfordernd. Romantisch. Nervig. Schön. Und lange!

Meine ursprünglich geplante Route war: München – Genf – Avignon – Barcelona – Málaga – Huelva – Teneriffa. Und zum Glück habe ich von vornherein zwei Tage Puffer eingeplant.

Tag 1: München – Annecy

Wichtige Tipps für diesen Abschnitt:

  • Tanke nur so viel, dass es bis Bregenz reicht.
  • In Bregenz volltanken.
  • Für die Schweiz ein paar Franken Bargeld mitnehmen, z. B. für Toiletten, Kaffee etc.
  • Ein Sonntag Ende August ist ein super Reisetag mit wenig Verkehr in diese Richtung.
  • In Annecy als Erstes zu Free gehen und dort einen Handyvertrag mit SIM kaufen. Im Laden ist ein Automat, an dem du das erledigen kannst. Warum?  Du hast dann für 19,95 EUR im Monat in Frankreich 100 GB inklusive, in anderen Ländern 25 GB, plus gratis Anrufe. So billig bekommst du so viel Volumen weder in Deutschland noch in Spanien! Wie du den Vertrag am Automat im Free-Laden abschließt

Beachte hierzu:

Konsequenzen aus dem Vertrag:

  • Du hast jetzt eine französische Telefonnummer.
  • Alle deutschen Telefonnummern musst du nun mit +49 vorne dran ergänzen und die erste Null weglassen.
  • Die Werbung in YouTube ist jetzt auf französisch und klingt daher schöner.
  • Wenn du jetzt den Notruf wählen musst (immer 112 in der EU), redet der Notrufhelfer am Telefon französisch mit dir. Wenn du nicht französisch sprichst, sag ihm das einfach, die können auch deutsch und englisch.
  • Mit diesem Datenvolumen kannst du unterwegs gleichzeitig deine Lieblingssongs auf YouTube hören und Google Maps laufen lassen.
  • Damit die Städte und Straßen von Google Maps auf französisch ausgesprochen werden, kannst du dein Telefon auf französisch umstellen.

Wo findest du Stellplätze?

Dazu installierst du dir z. B. die Apps Park4night oder du planst schon im Voraus mit der Dachzeltnomaden Stellplatzkarte

Tag 2: Von Annecy über Avignon nach Saintes-Maries-de-la-Mer

Nach einer aufregenden Nacht, das erste Mal allein im Ausland im Dachzelt, wollte ich unbedingt mal Avignon sehen, weil ich dieses Kinderlied schon so lange kannte: Sur le pont d’Avignon on y danse on y danse, sur le pont d’Avignon on y danse tout en rond.

Und warum dann Saintes-Maries-de-la-Mer? Ich wollte endlich mal wieder ans Meer, und man fährt dabei durch die Camargue, die sehr schön ist, und ich wollte nicht in Avignon übernachten, sondern ein Stück weiter Richtung Barcelona fahren. Der Stellplatz, den ich dort gefunden habe, war sehr schön und nachts und morgens ruhig.

Tag 3: Von Saintes-Maries-de-la-Mer nach Barcelona

Sobald ich in Spanien war, habe ich das Handy auf spanisch umgestellt, damit es alle Städte und Straßen auf Google Maps richtig ausspricht. Dadurch ist es auch in WhatsApp leichter, etwas auf spanisch zu schreiben. Die Spracherkennung habe ich aber deutsch gelassen. Ich schreibe ja noch mehr deutsch als spanisch. In Barcelona gibt es unheimlich viele Straßen oben drüber und unten drunter. Es gibt auch ärmliche Gegenden. Aber dafür auch viel Schönes zu entdecken. Ich habe die erste Hälfte der Nacht auf einem schönen Aussichtsplatz verbracht, wo es ganz leer und ruhig war. Mitten in der Nacht jedoch kamen junge Leute und haben Party gefeiert. Da war ich unheimlich froh, dass ich ein Hartschalendachzelt habe, denn damit kannst du auch mal, ohne das Zelt abzubauen, ein paar Kilometer weiter zu einem anderen Stellplatz fahren. Ich habe dann einen schönen Park gewählt, den Parc del Laberint d’Horta. Keine Angst vor den zwei Wildschweinen, die sind zahm. In diesem Teil von Spanien ist übrigens alles in katalonisch, einem Dialekt von Spanisch, denn Spanisch ist eigentlich kastilisch (castellano). Katalonisch ist aber anerkannter als bei uns in Deutschland die einzelnen Dialekte. Deshalb dürfen Beschilderungen und sogar Behördenkram in dieser Sprache geschrieben sein. Bitte beachte UNBEDINGT meinen Tipp zur spanischen Autobahn unter Tag 4!

Hier Fotos von Barcelona:

Tag 4: Von Barcelona nach Tortosa

Das war der Tag, an dem ich ausgeraubt wurde.

Ein wichtiger Tipp für spanische Autobahnen

Da es mir passiert ist, obwohl ich davon wusste, hier der Aufruf: Leute, sperrt euer Auto IMMER ab! Auch, wenn ihr nur ganz kurz aus dem Auto raus geht. Auch, wenn ihr eine Panne habt! Hier gibt es ein paar Banden, die folgendermaßen organisiert sind:

  • Das erste Auto, der Späher, oft ein SUV, da der höher ist, fährt länger als nötig neben dir her, um zu sehen, ob du eine gute Beute bist. Kriterien: Deutsch (hat Geld), allein (oder nur Frauen), kein Hund, idealerweise Rucksack oder Handtasche auf dem Beifahrersitz.
  • Das zweite Auto, der Helfer, ein hübscher Kerl, überholt dich und fährt hektisch gestikulierend vor dich, um dir klar zu machen, dass etwas mit deinem Auto nicht stimmt. Entweder lässt du dich nicht beeindrucken, denn die neueren Autos zeigen dir alles an, auch einen  Druckabfall im Reifen, und machst ihm deutlich, dass du nicht stehen bleiben willst. Oder, wenn du rechts ran fährst, dann sperr sofort nach dem Aussteigen dein Auto ab! Denn sonst zeigt dir der gut aussehende Typ ganz charmant, was an deinem rechten hinteren Reifen kaputt ist, während ein zweiter, der in seinem Auto versteckt war, an deine Beifahrertür geht und deinen Rucksack nimmt.
  • Das dritte Auto kommt danach, wenn du die nächste Notrufsäule angesteuert hast, um der Polizei mitzuteilen, dass du ausgeraubt wurdest, und an welchem Kilometer du stehst (steht auf der Notrufsäule), aus der ANDEREN Richtung, bleibt auf deiner Höhe stehen, und der Beifahrer rennt über die Autobahn zu deinem Auto hinüber, duckt sich an deiner Fahrertür und versucht, weitere Dinge zu klauen. Zum Glück hatte ich da aber mein Auto abgesperrt!
  • Dein Rucksack liegt dann 2 km weiter auf dem Standstreifen, alles noch drin, alle Dokumente, nur das Bargeld fehlt. So können sie schwerer geschnappt werden, und die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass sie angezeigt werden, da die meisten Touristen erleichtert sind, dass die Dokumente noch alle da sind, und die Polizeistation echt weit weg ist, wozu die meisten dann keine Zeit haben. Ich hab mir die Zeit genommen und bin nach Tortosa gefahren, der Polizei hinterher, um die Anzeige aufzunehmen. Dafür hat mein Spanisch zum Glück gereicht.

Einziger Vorteil dieses Tages: Da ich einen Tag verloren hatte, habe ich meine Route geändert und bin nicht über Málaga gefahren, sondern direkt. Und diese teilweise etwas holprigeren Autobahnen kosten nichts. Die großen, schönen Autobahnen an der Küste kostet ziemlich viel Maut.

Keine Fotos von Tortosa. Wenn, dann hätte ich von dem netten Polizisten ein Foto gemacht, habe aber vergessen.

Tag 5: Von Tortosa nach Córdoba

Die Strecke ist natürlich nicht so gut ausgebaut, aber okay. Vor allem sparst du dir Mautgebühren, da diese Autobahnen gratis sind.

Aber an einem Tag Ende August ist es dort ab nachmittags bis Mitternacht sauheiß. Die Luft steht. Das Meer ist weit entfernt. Es ist im Dachzelt nur auszuhalten, wenn du alle Fenster oben lässt. Keine Angst, niemand wird dich klauen. Den Parkplatz in Córdoba, den ich in der Nacht benutzt habe, kann ich empfehlen, es wird dort ruhiger in der Nacht, und er ist gratis.

Übrigens, morgens macht McDonalds in Spanien nicht so früh auf wie bei uns, erst um 10 Uhr. Wenn du vorher schon aufwachst und mal aufs Klo willst, geh in eine Bar. Dort kannst du auch eine Flasche Wasser für 1 EUR kaufen. Oder such dir ein Einkaufszentrum, die haben auch früh auf, meist sehr saubere Toiletten, und einen Supermarkt dabei. Ich mag es am liebsten, neben viel Gebüsch zu stehen, falls ich mal spätabends oder früh morgens dringend muss. Für uns als Frauen: Einfach die beiden Autotüren neben dem Gebüsch auf, so hat man Sichtschutz. Ist da nirgends Gebüsch: Decke über beide Autotüren hängen. In jedem Fall: Das Papier entweder vergraben (Schaufel) oder mitnehmen! Fürs große Geschäft benutze ich Toiletten an Autohöfen/Tankstellen/Restaurants/Cafés/Bahnhöfen/Einkaufszentren usw.

Übrigens, es wird ja oft gefragt, wie man sich denn mit Dachzelt sauber hält, sprich wo man unterwegs duschen kann. An diesem Artikel von Thilo Vogel durfte ich als Lektorin mithelfen: Unterwegs duschen, wenn du mit Dachzelt reist

Cordoba

Tag 6: Von Córdoba nach Huelva

Das ist keine weite Strecke mehr, aber du wirst so froh sein, wenn dieses letzte Stück geschafft ist. Denn deine Fähre von Huelva wartet nicht auf dich. Und lieber planst du einen oder zwei Tage Puffer ein, als erleben zu müssen, dass du ankommst und deine Fähre gerade noch am Horizont siehst.

In Huelva habe ich mir das Monumento a Colón angeschaut, wo es auch einen Strand daneben gibt, und dann den ganzen Tag im Jardín Botánico Celestino Mutis verbracht. Dort ist es herrlich luftig, es war fast niemand da, deshalb konnte ich die Toilette auch für eine sogenannte Luxuskatze benutzen. (siehe Thilo Vogels oben erwähnten Artikel zum Unterwegs Duschen)

Die Überfahrt von Huelva nach Teneriffa hat mich als einfache Fahrt 289,00 EUR gekostet. Ich habe noch nicht verglichen, ob es zu anderen Zeitpunkten wesentlich günstiger wäre. Außerdem ist es eine echte Herausforderung, auf einer Fähre ohne Kabine zu schlafen. Also vielleicht buche ich das nächste Mal mit Camarota (Kabine).

Tag 7 bis 9: Mit der Fähre von Huelva nach Teneriffa

Die Fähre fuhr mittags los. Check in war ab 9 Uhr. Zum Glück war ich schon mal mit meinem Großen, Lukas, auf einer Fähre, nach Elba. Aber das hier war halt ne deutliche Nummer größer. Über eine Stunde lang habe ich nur den kleinen Zugfahrzeugen zugeschaut, wie sie die ganzen Lkw-Anhänger rein gebracht haben. Dann hieß es: „Tenerife pequeños!“ (die kleinen nach Teneriffa jetzt rein fahren). Und ich mal wieder in der Pole Position. Adrenalin. Rein ins große Boot. Ganz rauf, ganz hinter. Denn Teneriffa ist der letzte Halt, die Endstation. Vorher hält die Fähre auch noch auf Lanzarote und Gran Canaria.

Auf der Fähre gibt es eine Cafeteria mit gemütlichen Sesseln. Blöderweise gilt die Regel, dass du dich nicht hinlegen darfst. Aber wenn du im Sitzen einschläfst, sagt die Security nichts, denn wenn du trotz Kindergeschrei, laut knallenden Türen zum Pool, Animation am Pool mit tanzenden Animateuren und Actionfilm in den gemütlichsten Sitzecken einschläfst, liegt das einfach an der Schwere, die das gemütliche Schaukeln und das tiefe Brummen des Motors erzeugen. Dagegen kommst du nicht an! Wer wie ich beim Reisen mit Schwindel und Kopfweh reagiert: Für mich hat sich die Kombination Aspirin plus Vomex bewährt. (Bitte Arzt fragen!) Die macht auch noch müde. Also verbringst du viel Zeit auf dem Boot mit Schlafen. Da es in der Cafeteria wegen der Klimaanlage eiskalt ist, einfach Nackenkissen plus Decke. Nachts schläft man als Fahrgast der Holzklasse in Sesseln im Obergeschoß, deren Fußteil sich leider nicht ganz flach hochfahren lässt, so dass du nur flach liegen kannst, wenn du am Boden liegst, was einige Mitfahrgäste dann auch gemacht haben (Yogamatte oder so mitnehmen). Ich brauche das nicht, aber da einige schnarchen und manche da empfindlich sind, empfehlen sich Ohrstöpsel.

Das WLAN (in allen anderen Sprachen: wifi) ist sehr langsam auf dem Schiff. Netz von irgendwo nicht vorhanden. Also unbedingt VOR ABFAHRT genug Zeug zum Lesen und Angucken runterladen. Und an gemütliche Kopfhörer denken. Überhaupt: Mach dir eine Liste, was du aus dem Auto an Bord bei dir haben willst. Du darfst zwischendurch nicht zum Auto! Und dann musst du dein Zeug halt immer an einem festen Platz in der Cafeteria liegen lassen, wenn du irgendwo hin gehst. Schließfächer gibt es nicht. Am besten mit jemandem anfreunden, der in der Nähe sitzt und auf den Laptop aufpasst.

Ganz toll fand ich das Einlaufen in Lanzarote. Mit Animation. Da hab ich vor Rührung und Freude geheult, das war so schön:

Tag 9, um 01:00 Uhr morgens Ortszeit, Ankunft auf Teneriffa

Sobald du auf den Kanaren ankommst, hast du eine Stunde gewonnen, denn du musst nun die Uhr um 1 Stunde zurück stellen. Wenn es in München also 2 Uhr ist, ist es auf den Kanaren erst 1 Uhr. Übrigens gilt etwas ähnlich Cooles für den Sonnenuntergang, und das merkst du schon auf dem Festland: Als ich in Huelva war, war der Sonnenuntergang um 21:07 Uhr (gleiche Zeit wie in München). Am selben Abend war der Sonnenuntergang in München bereits um 20:21 Uhr!

Ich habe mir erstmal einen Stellplatz in der Nähe des Hafens in Santa Cruz gesucht. Es gibt einen kostenlosen Parkplatz am Jardín Botánico, neben der Oper, aber ich wollte ganz alleine parken und habe mich auf einen Längsparkplatz bei der Capitanía Marítima hingestellt. Du kannst aber auch zum Playa de las Teresitas fahren, da war ich dann am nächsten Morgen. Weißer Sand, aus der Sahara importiert! Ich bin am liebsten morgens am Strand, da sind am wenigsten Leute da, und es ist noch nicht so heiß. Danach habe ich wieder fast den ganzen Tag im Botanischen Garten aufgehalten. Der in Santa Cruz ist auch wunderschön, wie der in Huelva, plus mehrere Aussichtspunkte mit Schattenplätzen. Kostet aber 6 EUR Eintritt. (der in Huelva ist gratis)

Abends bin ich dann in den Süden gefahren, wo auch die Firma ist, bei der ich nächste Woche anfange zu arbeiten. Die helfen mir auch mit den Anmeldeformalitäten. Geduscht hab ich am Campingplatz Nauta, kostet 4 EUR, aber das ist es wert: Abschließbare Dusche mit unbegrenzt warmem Wasser, ordentlicher Campingplatz. Würde ich auch allen empfehlen, die Campingplätze bevorzugen. Ganz süße Casitas (Hütten) für diejenigen, die weder Dachzelt noch Van noch Campingwagen haben. Behindertengerecht alles. Pool dabei. Nur mag ich halt das Kindergeschrei nicht, da meine Jungs ja schon groß sind und ich das nicht mehr gewöhnt bin.

Letzte Nacht stand ich zum ersten Mal direkt mit Blick aufs Meer vom Dachzelt aus. In der Nähe eines Piscina naturale (natürliches Schwimmbecken) bei Los Abrigos. Da war es total ruhig, und Sonnenuntergang und Sonnenaufgang waren total schön. Gut, bis spät fuhren noch die Badegäste alle weg, und ein Im-Auto-Schläfer kam noch spät, vermutlich einer, der in der Nähe arbeitet. Und ab und zu fuhr ein Auto auf der nahegelegenen Straße vorbei. Ach ja, und den Flughafen kriegt man mit. Aber ich blende solche Geräusche gut aus. Unten beim Schwimmbecken stehen mehrere Camper, aber oben war ich allein bis auf den einen Spät-Ankommenden (so süß – das ganze Gelände völlig leer, aber er stellt sich nur 2 Meter von mir entfernt parallel zu mir hin – so sind sie, die Menschen, suchen immer ihresgleichen).

 

Please follow and like us:
error

3 Kommentare

Kommentieren →

toller Artikel! Danke 🙂 Zwei Fragen zu Deinem Dachzelt: wie breit ist es? (Welche Version hast Du gekauft? Wie fährt sich Dein Fabia damit? (Ich bin auch auf der Suche für meinen Fabia…)

Hallo, eine tolle Seite hast du. 😊 Es macht sehr viel Spaß die Beiträge zu lesen.
Meine Freundin und ich sind gerade frisch als Blogger eingestiegen und berichten von der ersten Entscheidung einen Camper zu kaufen, bis hin zu den Reisen die wir unternehmen.
Wir würden uns sehr freuen, wenn du uns auch folgen würdest. 😉
Gerne können natürlich auch alle anderen Reisehungrigen vorbei schauen und uns folgen: https://campingliebe.blog
Wir würden uns sehr freuen. 😊 Tascha & Gerrit

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.