Meine zweite Woche Teneriffa mit Dachzelt

Tja, was soll ich sagen. Das mit dem Job als Telefonistin war wohl nix. Ich hätte nie gedacht, dass mein Perfektionismus so weit geht, dass ich in Panik gerate, weil ich ganz genau weiß, dass meine Leistung am Telefon alles andere als perfekt sein wird. Und das, egal wie gut ich mich vorbereite. Um wirklich gute Arbeit leisten zu können, hätte ich zumindest die 200 Firmen, für die das Callcenter zuständig war, soweit kennen müssen, dass ich am Telefon, während der Anrufer sein Anliegen schildert, den zuständigen Mitarbeiter herausfinden kann. Die Profile waren aber weder gut überschaubar noch gleich aufgebaut noch waren überhaupt alle Mitarbeiter gespeichert. Und so kam ich mir dermaßen inkompetent vor, dass ich Herzrasen, schweißnasse Hände und Bauchschmerzen bekam. Und der Zustand fing immer kurz vor der Arbeit an und hörte kurz nach der Arbeit auf. Die Pausen waren zu kurz, um mich zu beruhigen. Und weder Baldrian noch Buscopan noch Kamillentee noch das Anschauen beruhigender Bilder oder tiefes Durchatmen haben mich beruhigt. Meine Chefs und ich haben noch darüber diskutiert, ob ich auf halbtags umstellen oder mehr Pausen nehmen kann. Da war die Firma allerdings unflexibel. Vermutlich, um diese Einstellung nicht einreißen zu lassen. Nicht dass plötzlich das ganze Callcenter auf halbtags umstellen will. Und, um nicht zu riskieren, dass ich mich krank schreiben lasse, haben sie mich lieber gleich gekündigt.

Aber für jede Tür, die sich schließt, öffnet sich eine neue.

Heute habe ich ein Gespräch mit meiner Spanischlehrerin. Vielleicht hat sie ein paar Schüler für mich, die Deutsch lernen wollen. Wahlweise auch Englisch und Französisch. Schließlich hatte ich diese Sprachen als Leistungskurse im Abitur. Und bin Fremdsprachenkorrespondentin für die beiden Fremdsprachen. Hier gibt es ja so viel Tourismus, da lohnt es sich für viele Leute, Deutsch zu lernen, um in einem guten Hotel arbeiten zu können. Und von wem könnte man besser Deutsch lernen als von einer Deutschen, die seit 14 Jahre Nachhilfe gibt und gut auf die Schüler eingehen kann? Drückt mir die Daumen. Denn grundsätzlich möchte ich schon noch bis März hier bleiben. Mein Spanischkurs geht noch drei Monate. Und ich hab noch nicht alles auf der Insel gesehen.

Schön war es übrigens letztes Wochenende in Playa de San Juan, Alcalà und Puerto Santiago.

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